Silke Freitag

Atelier 9  Lister Höfe

Spichernstraße 24 A

D-30161 Hannover

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Idee zur künstlerischen Arbeit

Als Leitfaden für meine keramische Arbeit habe ich in der japanischen Anschauung "Wabi-Sabi" eine Philosphie entdeckt, die ich verfolgen und zugrunde legen möchte.

 

Wabi-Sabi ist ein ästhetisches Konzept und steht für eine innere Einstellung zu allem, was uns umgibt. Es ist die Art und Weise, Dinge in ihrer Unvollkommenheit, Unbeständigkeit und Unvollständigkeit wahrzunehmen, sie in ihrem So-Sein zu akzeptieren und gleichermaßen zu schätzen. Dinge, die Wabi-Sabi Qualität besitzen, äußern sich in einer großen Freiheit an Formen, sublimen Farben und in formaler Einfachheit. Sie ist unprätensiös und unanmaßend, dennoch besitzen sie Präsenz und eine stille Autorität. Sie beschreiben die Vergänglichkeit des Seins, eine existentielle Einsamkeit und wehmütige Traurigkeit, kurz: die Essenz des Zen. (Wikipedia)

Nicht die offenkundige Schönheit ist das Höchste, sondern die verhüllte, nicht der unmittelbare Glanz der Sonne, sondern der gebrochene des Mondes. 

Es geht um die Hoheit, die sich in der Hülle des Unscheinbaren verbirgt, die herbe Schlichtheit, die dem Verstehenden doch alle Reize des Schönen offenbaren. (Wilhelm Gundert)

 

Kennzeichen des Wabi-Sabi sind hingegen Asymmetrie, Schlichtheit, Entsagung, Bescheidenheit, Natürlichkeit, und Zurückhaltung. Jeder, der offenen Sinnes ist, kann dies in der ästhetischen Schönheit des Benutzten, Erodierten, Abgenutzten im Kleinen und im Alltäglichen finden.

Im kreativ-künstlerischen Prozess lädt Wabi-Sabi ein, kleine Dinge zu entdecken und die Harmonie des Unscheinbaren in der Natur zu erspüren. Wabi-Sabi ist ganz gegenwartsorientiert und erträgt Uneindeutigkeiten und bestehende Widersprüchlichkeiten. Nicht-Perfektion bekommt eine neue Bedeutung und kann zur Grundlage eines neuen Schönheitsideals von individuellen Lösungen und organischen Formen werden.

 

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